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Sprechen.
Das
Sprechen ist die Ausführung unserer Sprache. Die uns zur Verfügung stehenden
Worte müssen geformt, d.h. artikuliert werden. Allein 120 verschiedene
Muskelgruppen werden dabei miteinander koordiniert - hier können
Störungen auftreten. Die
bekanntesten Sprechstörungen sind Lispeln und Stottern. Ist das Sprechtempo zu
hoch, spricht man von Poltern, einer Redefluss-Störung, die bezeichnenderweise
in die Umgangssprache Einzug gehalten hat. Unflüssiges Sprechen kann schnell in
einen Teufelskreis aus Hänseleien, Unsicherheit und Sprechangst führen. Logopädie
hilft, zum flüssigen Sprechen zurückzufinden. Und die eigene Selbstachtung nicht
von der Sprechkompetenz abhängig zu machen. Auch
Multiple Sklerose- und Parkinson- Patienten können von Sprechstörungen
betroffen sein. Sie erhalten Hilfe beim Zurückgewinnen der
Kommunikationsfähigkeit, die für uns alle so wichtig ist. Sprechstörungen bei Kindern
Es gibt
sehr verschiedene Sprechstörungen bei Kindern, die sich in 2 große Gruppen
unterteilen lassen: Störungen der Bildung von Lauten und Redeflussstörungen
(Stottern/Poltern). Welche Lautbildungsstörungen gibt es bei Kindern?
Störungen
der Lautbildung bei Kindern sind sehr verschieden und haben ganz
unterschiedliche Ursachen. Häufig können die Ursachen auch nicht erkannt
werden. Störungen der Artikulation
Mit
Störungen der Artikulation werden Schwierigkeiten von Kindern beschrieben,
einen Laut richtig zu bilden. Die bekannteste Form ist das "Lispeln"
bzw. der "Sigmatismus", bei dem die Zunge bei der Artikulation des
Lautes /s/ zwischen die Zähne rutscht. Manchmal ist gleichzeitig eine zu
schlaffe Muskulatur im Mundbereich zu beobachten, die auch zu einer
funktionellen Schluckstörung / Myofunktionellen Störung führen kann. Dysarthrien
Von
Dysarthrien spricht man, wenn die Verarbeitung des Sprechens im Gehirn durch
z.B. einen Sauerstoffmangel während der Geburt oder nach einem Unfall, gestört
ist. Die Beweglichkeit der Lippen und der Zunge ist eingeschränkt, dies führt
zu einer undeutlichen Aussprache. Gleichzeitig kann ein vermehrter
Speichelfluss auftreten, die Stimme verändert und die Atmung beim Sprechen
eingeschränkt sein. Artikulatorische Entwicklungsdyspraxien
Bei
artikulatorische Entwicklungsdyspraxien werden Laute fehlerhaft gebildet oder
durch andere ersetzt. Die Kinder strengen sich beim Sprechen häufig an und es
sieht so aus, als ob sie die richtige Stellung von Lippen, Zunge usw. bei der
Artikulation suchen. Weitere
Informationen finden Sie im dbl-Faltblatt "Sprechstörungen bei
Kindern". Wie kann kindlichen Sprechstörungen vorgebeugt
werden?
Artikulationsstörungen,
Dysarthrien und artikulatorische Entwicklungsdyspraxien können im Verlauf der
der kindlichen Entwicklung auftreten. Es ist wichtig, diese Störungen
rechtzeitig zu erkennen. Das Ziel muss sein, kindliche Sprach- und
Sprechstörungen rechtzeitig vor der Einschulung zu überwinden, damit sie das
Lesen- und Schreibenlernen nicht beeinträchtigen. Der Erwerb der Fähigkeit,
Laute richtig auszusprechen und zu verwenden, verläuft stufenweise. Wenn Sie
mehr darüber wissen wollen und interessiert sind zu erfahren, was sie selbst
zur sprachlichen Förderung ihres Kindes beitragen können, informiert Sie unser
Faltblatt "Wie spricht mein Kind?". Welche Hilfen bietet die Logopädie an?
Die
Logopädie bietet zunächst Beratung zu allen Fragen der
kindlichen Sprach- und Sprechentwicklung und ihrer Störungen an, denn nicht
jede Auffälligkeit ist bereits ein Zeichen für eine Störung. Aufgabe einer
Logopäden ist es, die von Eltern genannten "Auffälligkeiten" einer
Entwicklungsphase zuzuordnen und einzuschätzen, ob eine Störung vorliegt und
welche Maßnahmen zu treffen sind. Eine umfangreiche Beratung der Eltern (Prävention)
kann in manchen Fällen ausreichend sein. Sollte es Hinweise auf eine Störung
geben, grenzt die Logopädin diese mit Hilfe der logopädischen
Diagnostik ein, erfasst mögliche Ursachen und macht Vorschläge für das
weitere Vorgehen. Hierzu untersucht die Logopädin mit Hilfe von Testverfahren
die unterschiedlichen Störungsbereiche (Artikulation, Atmung, Motorik und
Wahrnehmung im Mundbereich). Teil der logopädischen Diagnostik ist auch das
Gespräch mit den Eltern (Anamnese), in dem Fragen zur
Entwicklung des Kindes und den beobachteten Symptomen gestellt werden. Die
Inhalte der logopädischen Therapie ergeben sich unmittelbar
aus dem logopädischen Befund, der mit den Eltern vor Beginn
der Therapie besprochen wird. Die Therapie wird individuell gestaltet,
spielerisch werden die Fähigkeiten des Kindes gefördert. Die Eltern erhalten
kontinuierlich Einblick in den Verlauf der Therapie, indem sie
über Fortschritte des Kindes und Veränderungen in der Therapieplanung
informiert werden. Die Mitarbeit der Eltern ist häufig von großem Vorteil, wenn
sie z.B. Übungen mit dem Kind zu Hause durchführen. Am Ende einer Therapiephase
wird ein Abschlussbefund erstellt, aus dem hervorgeht, ob die
Therapie abgeschlossen ist oder aber fortgesetzt werden sollte. Welche Redeflussstörungen gibt es bei Kindern?
Störungen
des Redeflusses können in Form von Stottern oder Poltern
vorliegen. Redeflussstörungen bei Kindern sind sehr verschieden. Meist können
die Ursachen nicht erkannt werden. Stottern
Stottern
äußert sich in Form von unfreiwilligen Wiederholungen von Lauten und Silben
("Babababall") sowie als Dehnungen ("Fffffisch") oder
Blockierungen von Lauten (stummes Verharren vor oder in einem Wort, wobei
Zeichen von Anstrengung sichtbar oder hörbar sein können:
"---Tisch"). Diese Symptome werden Kernsymptomatik genannt, da sie
das eigentliche Stottern darstellen. In Kernsymptomen verlieren stotternde
Kinder für einen Moment die Kontrolle über den Sprechablauf, obwohl sie genau
wissen, was sie in diesem Moment sagen wollen. Kinder entwickeln unbewusst
Strategien, um solche Symptome zu kontrollieren, z.B. Ankämpfverhalten
D.h. der
Versuch, mit erhöhtem Kraftaufwand (z.B. Pressen, lauter werden),
"Tricks" bei der Atmung (z.B. übertrieben aus- oder einatmen, mit zu
wenig oder zuviel Luft sprechen) und Mitbewegungen (z.B. starkes Kopfnicken)
aus einem Symptom heraus zu kommen. Strategien
Strategien,
um Stottern vorzubeugen, d.h. Vermeiden von Sprechsituationen bzw. gefürchteten
Wörtern oder prophylaktische Veränderung der Sprechweise wie Flüstern, Singsang
oder "Tricks" bei der Atmung (s. o.). Wenn Kinder solche
Vorbeugungsstrategien verwenden, ist ihnen ihr Stottern bewusst, selbst wenn
sie das Wort "Stottern" noch nicht kennen. Psychische
Reaktionen wie Sprechangst, Wut oder Trauer über das Versagen beim Sprechen,
Selbstabwertung als Sprecher, Scham und Hilflosigkeit können hinzukommen. Die
Lebensqualität kann durch psychische Reaktionen stark beeinträchtigt sein,
selbst wenn die Kernsymptomatik nur gering ist. Die
Symptomatik kann auch schon zu Beginn des Stotterns sehr ausgeprägt sein, kann
aber auch schleichend zunehmen. Typisch für den Verlauf ist der Wechsel von
symptomarmen Phasen mit Episoden stärkerer Symptomatik. Ebenso typisch ist,
dass das Stottern in unterschiedlichen Situationen und bei unterschiedlichen
Personen verschieden ausgeprägt sein kann. Poltern
Bei
Poltern ist die Verständlichkeit des Gesprochenen durch eine phasenweise überhöhte
Sprechgeschwindigkeit mit Auslassungen und Verschmelzungen von Lauten, Silben
oder Wörtern ("zum Beispiel" wird "Zeispiel")
beeinträchtigt. Außerdem treten viele Satzabbrüche, Umformulierungen und
Floskeln sowie stotterähnliche Redeunflüssigkeiten auf, so dass trotz des
Eindrucks von hoher Sprechgeschwindigkeit oft nur wenig Inhalt vermittelt
werden kann. Bei
bewusst verlangsamtem Sprechen reduziert sich die Symptomatik. Das Sprechen
kann jedoch nicht langfristig kontrolliert werden. In Verbindung mit Poltern
treten häufig Sprachstörungen auf (Suche nach Wörtern, eingeschränkter
Wortschatz, Störung der Grammatik). Polternde Menschen können oft das eigene
Sprechen schlecht beobachten die
Störung ist ihnen häufig nicht oder nur ansatzweise bewusst. Manchen fällt auch
das Zuhören schwer. Poltern wird gesellschaftlich nicht stigmatisiert, der
damit verbundene Leidensdruck ist meist gering. Die Behinderung durch die
eingeschränkte Verständlichkeit kann jedoch erheblich sein. Weitere
Informationen finden Sie in unserem Faltblatt Wie kann Redeflussstörungen vorgebeugt werden?
Stottern
Es ist
wichtig, stotternde Kinder möglichst früh (ab dem 2. Lebensjahr) zu erkennen und
bei Bedarf zu behandeln, damit eine Rückbildung unterstützt werden kann oder,
wenn dies nicht gelingt, ein leichtes selbstbewusstes Stottern erarbeitet
werden kann. Ein "Interaktiver Stottertest" ermöglicht es Ihnen
herauszufinden, ob ihr Kind genauer untersucht werden sollte. Stottern
tritt bei etwa 5 % aller Kinder auf, überwiegend bis zum 6. Lebensjahr. Viele
Kinder verlieren ihr Stottern von allein, wobei die Wahrscheinlichkeit geringer
wird, je länger die Störung besteht.. Nach der Pubertät ist es sehr
unwahrscheinlich, dass sich das Stottern völlig zurückbildet. Bisher ist jedoch
keine Vorhersage möglich, welche Kinder ihr Stottern verlieren werden. Eine
frühe Therapie kann die Chance dafür jedoch wesentlich erhöhen. Poltern
Polternde
Kinder können in einer Therapie (bei ausreichender Motivation) lernen, in für
sie wichtigen Sprechsituationen das Poltern zu kontrollieren. Eine
grundsätzliche Überwindung des Polterns ist nicht zu erwarten. Angehörige
lernen in der Therapie, wie sie angemessen mit dem Poltern umgehen können. Bei
gleichzeitiger ausgeprägter Sprachentwicklungsstörung kann das Poltern durch
eine diesbezügliche Therapie erheblich verbessert werden. Welche Hilfen bietet die Logopädie an?
Stottern
Wenn Sie
sich Sorgen machen und unsicher sind, ob Ihr Kind stottert, bietet die
Logopädie zunächst einmal Beratung an. Auch bei zweijährigen
Kindern kann behandlungsbedürftiges Stottern vorliegen, daher scheuen Sie sich
nicht, sich auch schon bei sehr jungen stotternden Kindern an Fachleute zu wenden.
Bei nicht stotternden Risikokindern (z.B. stotternde Eltern) kann u.U. eine
Beratung der Eltern in Hinblick auf fördernde Verhaltensweisen (Prävention)
ausreichend sein. Bei Verdacht auf Stottern wird durch eine logopädische
Diagnostik festgestellt, ob Stottern (Kernsymptome) vorliegt und ob
Ankämpfverhalten, Vorbeugestrategien oder psychischen Reaktionen bestehen. Die logopädische
Therapie kann sehr unterschiedlich aussehen, je nach der Art des
Stotterns, der Situation des Kindes und der Therapierichtung. Die Inhalte der
logopädischen Therapie ergeben sich aus dem logopädischen Befund,
der mit den Eltern vor Beginn der Therapie besprochen wird. Während des
Therapieverlaufs werden die Eltern ausführlich über Stottern und die Therapie
informiert. Sie lernen vor allem bei jungen Kindern, wie sie in der Therapie
mitarbeiten und das Kind im Alltag unterstützen können. Eine Therapie kann
abgeschlossen werden, wenn entweder kein Stottern mehr auftritt oder lediglich
ein leichtes Reststottern mit geringen psychischen Reaktionen (Sprechangst,
Scham) vorliegt. Am Ende der Therapie werden die Eltern auf die Möglichkeit von
Rückfällen und die dann gebotene Vorgehensweise vorbereitet, denn bei
"stotterfreien" Kindern kann Stottern wieder auftreten, bei leichtem
Reststottern können sich die Symptomatik oder die psychischen Reaktionen wieder
verschlimmern. Poltern
Wenn Sie
sich Sorgen machen und unsicher sind, ob Ihr Kind poltert, bietet die Logopädie
zunächst einmal Beratung an. Bei Verdacht auf Poltern wird
durch eine logopädische Diagnostik festgestellt, ob und welche
Art von Poltern vorliegt und ob weitere Störungen bestehen. Die logopädische
Therapie kann sehr unterschiedlich aussehen, je nach der Art des
Polterns, der Situation des Kindes und begleitender Störungen. Die Inhalte der
logopädischen Therapie ergeben sich aus dem logopädischen Befund,
der mit den Eltern vor Beginn der Therapie besprochen wird. Während des
Therapieverlaufs werden die Eltern ausführlich über Poltern und die Therapie informiert
und lernen vor allem bei jungen Kindern, wie sie in der Therapie mitarbeiten
können. Eine Therapie kann abgeschlossen werden, wenn das polternde Kind in ihm
wichtigen Situationen sein Poltern kontrollieren kann oder, falls dies aufgrund
des Entwicklungsstandes oder der Motivation nicht erreicht werden kann die Umgebung unterstützende Möglichkeiten
kennt, wenn Verständigungsschwierigkeiten auftreten. Wenn eine Therapie
abgeschlossen wird, werden die Eltern über die Möglichkeit von Rückfällen und
die dann gebotene Vorgehensweise informiert. Sprechstörungen bei Erwachsenen
Es gibt
sehr verschiedene Sprechstörungen bei Erwachsenen, die sich in zwei große
Gruppen unterteilen lassen: Störungen der Bildung von Lauten und
Redeflussstörungen (Stottern/Poltern). Welche Lautbildungsstörungen gibt es bei
Erwachsenen?
Störungen
der Lautbildung bei Erwachsenen sind sehr verschieden und haben ganz
unterschiedliche Ursachen. Störungen der Artikulation
Mit
Störungen der Artikulation werden Schwierigkeiten von Erwachsenen beschrieben,
einen Laut richtig zu bilden. Die bekannteste Form ist das "Lispeln"
bzw. der "Sigmatismus". Die Aussprache wird hier dadurch verändert,
dass bei der Artikulation des Lautes /s/ die Zunge z. B. zwischen die Zähne
rutscht. Dysarthrien bzw. Dysarthrophonien
Dysarthrien
bzw. Dysarthrophonien treten auf, wenn die Verarbeitung des Sprechens im Gehirn
z. B. durch einem Schlaganfall bzw. eine neurologische Erkrankung wie Parkinson
oder nach einem Unfall gestört ist. Die Aussprache ist oft sehr undeutlich,
weil vor allem die Beweglichkeit von Zunge, Lippen und Gaumensegel
eingeschränkt ist. Gleichzeitig kann aber auch die Stimme verändert und die
Atmung beim Sprechen auffällig sein. Sprechapraxie
Bei einer
Sprechapraxie liegt das Problem in der sogenannten Sprechplanung, d.h. die
einzelnen Artikulationsbewegungen können nicht ausreichend kontrolliert
erfolgen, obwohl die Muskulatur prinzipiell die erforderlichen Einzelbewegungen
ausführen kann. So ist ein Patient z.B. in der Lage, einen Ausdruck des Ekels
mit "ihh" zu äußern, kann aber der Aufforderung, ein /i/ zu sprechen,
trotz großen Bemühens nicht nachkommen. Eine Sprechapraxie tritt fast immer in
Kombination mit einer Aphasie auf. Audiogene Sprechstörungen
Audiogene
Sprechstörungen sind Artikulationsstörungen, die z.B. in Zusammenhang mit
Schwerhörigkeit auftreten können. Auch bei dieser Störung ist die Aussprache
oft undeutlich. Außerdem ist die Lautstärke der Äußerungen häufig nicht
angemessen. Weitere
Informationen enthält unser Faltblatt "Sprechstörungen bei
Erwachsenen". Wie können Störungen des Sprechens verhindert bzw.
vermindert werden?
Aussprachestörungen
bei Erwachsenen treten meist im Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen
auf. Deshalb ist es wichtig, diese Krankheiten möglichst früh diagnostisch zu
klären, um den Patienten dabei zu unterstützen, möglichst rasch nach der
Erkrankung wieder normale (physiologische) Sprechbewegungen zu trainieren. So
können sich auffällige (pathologische) Artikulationsbewegungen nicht
verfestigen. Welche Hilfen bietet die Logopädie an?
Logopädische
Therapie bei Sprach- und Sprechstörungen nach Hirnschädigungen umfasst nach
einer genauen Diagnostik zunächst die Behandlung der sprachlichen Defizite (Sprach-
und Sprech- sowie ggf. Stimm- und Schluckstörungen). Die Intervention wird
zumeist in Einzeltherapie unter Einbezug aller mit der Störung einhergehenden
Auswirkungen auf die Kommunikation des Patienten durchgeführt. Die
Einbeziehung realer Kommunikationssituationen ("In-Vivo") ist dabei
integraler Bestandteil der Therapie, sie findet häufig in Form von
Gruppentherapie statt. Selbstverständlich spielt auch die Beratung der
Angehörigen in der logopädischen Therapie eine entscheidende Rolle, wobei die
Angehörigen auch direkt in die Therapie einbezogen werden können. Welche Redeflussstörungen gibt es bei Erwachsenen?
Störungen
des Redeflusses können in Form von Stottern oder Poltern
vorliegen. Redeflussstörungen bei Erwachsenen können ein sehr unterschiedliches
Erscheinungsbild aufweisen. Meist können die Ursachen nicht erkannt werden. Stottern
Stottern
äußert sich in Form von unfreiwilligen Wiederholungen von Lauten und Silben
("Babababall") sowie als Dehnungen ("Fffffisch") oder
Blockierungen von Lauten (stummes Verharren vor oder in einem Wort, wobei
Zeichen von Anstrengung sichtbar oder hörbar sein können: "---Tisch").
Diese Symptome werden Kernsymptomatik genannt, da sie das eigentliche Stottern
darstellen. In Kernsymptomen verlieren Stotternde für einen Moment die
Kontrolle über den Sprechablauf, obwohl sie genau wissen, was sie in diesem
Moment sagen wollen. Es gibt - meist unbewusste - Strategien, um solche
Symptome zu kontrollieren, z.B. Ankämpfverhalten
Ankämpfverhalten,
d.h. der Versuch, mit erhöhtem Kraftaufwand (z.B. Pressen, lauter werden),
"Tricks" bei der Atmung (z.B. übertrieben aus- oder einatmen, mit zu
wenig oder zuviel Luft sprechen) und Mitbewegungen (z.B. starkes Kopfnicken)
aus einem Symptom heraus zu kommen. Strategien
Strategien,
um Stottern vorzubeugen, d.h. Vermeiden von Sprechsituationen bzw.
Umformulieren bei gefürchteten Wörtern oder prophylaktische Veränderung der
Sprechweise wie Flüstern, Singsang oder "Tricks" bei der Atmung (s.
o.). Psychische
Reaktionen wie Sprechangst, Wut oder Trauer über das Versagen beim Sprechen,
Selbstabwertung als Sprecher, Scham und Hilflosigkeit können hinzukommen.
Häufig wird die Lebensqualität durch psychische Reaktionen stark
beeinträchtigt, selbst wenn die Kernsymptomatik nur gering ist oder durch
Vermeidung völlig verborgen werden kann. Typisch
für den Verlauf ist der Wechsel von symptomarmen Phasen mit Episoden stärkerer
Symptomatik. Ebenso typisch ist, dass das Stottern in unterschiedlichen
Situationen und bei unterschiedlichen Personen verschieden ausgeprägt sein
kann. Poltern
Bei
Poltern ist die Verständlichkeit des Gesprochenen durch eine phasenweise
überhöhte Sprechgeschwindigkeit mit Auslassungen und Verschmelzungen von
Lauten, Silben oder Wörtern ("zum Beispiel" wird
"Zeispiel") beeinträchtigt. Außerdem treten viele Satzabbrüche,
Umformulierungen und Floskeln sowie stotterähnliche Redeunflüssigkeiten auf, so
dass trotz des Eindrucks von hoher Sprechgeschwindigkeit oft nur wenig Inhalt
vermittelt werden kann. Bei
bewusst verlangsamtem Sprechen reduziert sich die Symptomatik. Das Sprechen
kann jedoch nicht langfristig kontrolliert werden. In Verbindung mit Poltern
treten häufig auch bei Erwachsenen noch Sprachstörungen auf (Suche nach
Wörtern, eingeschränkter Wortschatz, Störung der Grammatik). Polternde können
oft das eigene Sprechen schlecht beobachten - die Störung ist ihnen häufig
nicht oder nur ansatzweise bewusst. Manchen Polternden fällt auch das Zuhören
schwer. Poltern wird gesellschaftlich nicht stigmatisiert, der damit verbundene
Leidensdruck ist meist gering. Die Behinderung durch die eingeschränkte
Verständlichkeit kann jedoch erheblich sein. Weitere
Informationen finden Sie in unserem Folder Wie kann Redeflussstörungen vorgebeugt werden?
Bei fast
allen stotternden Erwachsenen ist die Störung im Kindesalter entstanden.
Menschen, bei denen das Stottern bis ins Erwachsenenalter fortbesteht, haben
fast keine Chance mehr, das Stottern zu verlieren. Daher ist es wichtig,
stotternde Kinder möglichst früh (ab dem 2. Lebensjahr) zu erkennen und bei Bedarf
zu behandeln, damit eine Rückbildung unterstützt werden kann. Dennoch kann auch
bei einer frühen Therapie nicht vorhergesagt werden, welche Kinder ihr Stottern
verlieren werden. Welche Hilfen bietet die Logopädie an?
Stottern
Für
stotternde Menschen, die noch unschlüssig sind, ob sie sich in eine Behandlung begeben
sollen, bietet die Logopädie zunächst einmal Beratung an.
Durch eine logopädische Diagnostik wird festgestellt, welche
Art von Stottern vorliegt und ob es behandelt werden muss. Die logopädische
Therapie kann sehr unterschiedlich aussehen, je nach der Art des Stotterns und
der Therapierichtung. Die Inhalte der logopädischen Therapie ergeben sich aus
dem logopädischen Befund, der mit dem Patienten vor Beginn der
Therapie besprochen wird. Während des Therapieverlaufs wird der Patient
ausführlich über Stottern und die Therapie informiert. Er
lernt Techniken für eine flüssigere Sprechweise (flüssiges leichtes Stottern
oder Veränderung der Sprechweise) und baut Sprechängste ab. Eine Therapie kann
abgeschlossen werden, wenn eine flüssigere Sprechweise mit geringen psychischen
Reaktionen (Sprechangst, Scham) vorliegt. Am Ende der Therapie wird über die
Möglichkeit von Rückfällen informiert und auf die dann gebotene Vorgehensweise
vorbereitet. Poltern
Auch für
Polternde, die noch unschlüssig sind, ob sie sich in eine Behandlung begeben
sollen, bietet die Logopädie zunächst einmal Beratung an. Bei
Verdacht auf Poltern wird durch eine logopädische Diagnostik
festgestellt, ob und welche Art von Poltern vorliegt und ob weitere Störungen
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